Hartz IV: Kosten für Miete und Heizung

Die Hartz IV Leistungen beinhalten zusätzlich zum Regelsatz die tatsächlich anfallenden Miet- und Heizungskosten, soweit sie angemessen sind.

Wann ist eine Wohnung angemessen?

Die kommunalen Träger stellen eine Richtline auf, aus der sich ergibt, wann die Kosten für eine Wohnung angemessen sind. Für Großstadt und Dorf ergeben sich somit Unterschiede.

Als Richtlinien für einen angemessenen Wohnraum werden ca. 45-50 m² für eine Person, ca. 60 m² für zwei Personen, ca. 75 m² für drei Personen und ca. 85-90 m² für vier Personen angesehen. Für jedes weitere Familienmitglied werden ca. 10 m² oder mehr angesetzt.

Einige kommunale Träger sehen die Wohnfläche nicht als Kriterium für die Angemessenheit der Wohnung an. Sie richten sich nach Höchstmieten oder Quadratmeterpreisen. Man muss sich also beim örtlichen Jobcenter erkundigen.

Zieht eine leistungsberechtigte Person aus einer Wohnung mit bisher angemessenen Kosten der Unterkunft in eine andere Wohnung, die zwar teurer ist, aber immer noch angemessen, dann werden für die neue Wohnung nur die bisherigen angemessenen Kosten übernommen. Ausnahme: der Umzug ist erforderlich.

Hat ein Arbeitslosengeld II-Empfänger Anspruch auf Wohngeld?

Nein, Hartz IV Bezieher haben keinen Anspruch auf Wohngeld. Die Miete und die Heizkosten werden von den Jobcentern bzw. den ALG-II-Trägern übernommen. Die Aufwendungen für die Unterkunft werden vollständig berücksichtigt, wenn sie angemessen sin, sich also im üblichen Rahmen halten.

Haben Studenten einen Anspruch auf Hartz IV?

Grundsätzlich haben Personen keinen Hartz IV Anspruch, deren Ausbildung dem Grunde nach dem Bundesausbildungsförderungsgesetz (BAföG) gefördert werden kann. Lediglich in besonderen Härtefällen kann Ihnen das Jobcenter ein Darlehen bewilligen (Ermessensentscheidung).

Unter Umständen besteht aber ein Anspruch auf Wohngeld. Reicht das Wohngeld nicht aus, so kann als Alternative ein Zuschuss zu den Kosten für Unterkunft und Heizung nach dem SGB II beantragt werden. Das hat allerdings zur Voraussetzung, dass dem Auszubildenden selbst überhaupt Kosten für Unterkunft und Heizung entstehen, und dass diese unter Berücksichtigung seines Einkommens und Vermögens nicht gedeckt sind.

Mietschulden können auch für Personen übernommen werden, die kein Arbeitslosengeld II beziehen

Auch Personen, die keine SGB II Leistungen (Hartz IV) beziehen, können vom Jobcenter bzw. Sozialamt Mietschulden oder Energieschulen gezahlt bekommen, um Wohnungslosigkeit oder eine Strom- bzw. Gassperre zu vermeiden.

Umzug, wenn Wohnungskosten unangemessen hoch

Ist die Miete der Wohnung, in der der Hartz IV Bezieher wohnt, unangemessen hoch, wird dennoch zunächst die volle Miete als Bedarf berücksichtigt. Dies gilt jedoch nur für den Zeitraum, in der es nicht möglich oder zumutbar ist, sich eine preiswertere Wohnung zu suchen. Nach sechs Monaten werden dann nur noch die angemessenen Kosten der Wohnung als Bedarf anerkannt und gezahlt. Wenn vom Amt her ein Umzug nahegelegt wurde, so werden i.d.R. Umzugskosten, Mietkaution und Maklergebühren übernommen

Kosten für Strom und Warmwasserbereitung im Regelbedarf enthalten

Die Kosten für die zentrale Warmwasserbereitung fallen unter die Kosten der Unterkunft und Heizung. Eine dezentrale Warmwasserbereitung durch Strom oder Gastherme ist ein Mehrbedarf, der anerkannt wird.

Die Zahlungen für Strom an den Energieversorger sind bereits im Regelbedarf enthalten.

Wann dürfen Jugendliche in eine eigene Wohnung ziehen?

Wer noch nicht 25 Jahre alt ist (U25), braucht gem. § 22 Abs. 5 SGB II für einem Umzug die Zusicherung des zuständigen kommunalen Trägers, also des Jobcenters. Fehlt sie, werden für Unterkunft und Heizung oder die Wohnungserstausstattung keine Bedarfe anerkannt. Dies gilt zum einen für den erstmaligen Auszug aus dem Elternhaus, aber auch für anschließende Umzüge.

Nur in bestimmten Fällen ist das Jobcenter zur Erteilung der Zusicherung verpflichtet, und zwar wenn der Betroffene aus schwerwiegenden sozialen Gründen nicht auf die Wohnung der Eltern verwiesen werden kann, etwa wenn es zu Gewalt in der Familie gekommen ist. Oder wenn der Bezug der neuen Unterkunft zur Eingliederung in den Arbeitsmarkt erforderlich ist, oder ähnlich schwerwiegender Grund gegeben ist. Letzteres wurde anerkannt für den Fall, dass eine schwangere Frau mit ihrem Partner zusammenziehen will.

Umzug

Vor Abschluss eines neuen Mietvertrages sollte man die Zusicherung des Jobcenters zu den Aufwendungen für die neue Wohnung einholen. Zuständig ist immer das alte Jobcenter, auch wenn in eine andere Stadt umgezogen wird. Das Amt muss zustimmen, wenn der Umzug erforderlich ist und die Aufwendungen für die neue Unterkunft angemessen sind.

Heizkosten

Die Heizkosten werden in der tatsächlich anfallenden Höhe übernommen. Es gibt aber eine Obergrenze, denn auch die Heizkosten müssen angemessen sein. Sie müssen im Verhältnis zur Wohnungsgröße stehen.