Der Jakobsweg - Pilgern nach Santiago de Compostela

Santiago de Compostela ist das Ziel aller Pilger auf dem Jakobsweg. Es liegt im Nordwesten Spaniens und bewahrt in seiner Kathedrale die Gebeine des Apostels Jakobus auf.

Jedes Jahr pilgern Hunderttausende nach Santiago. Doch bereits der Jakobsweg ist das Ziel. Für die Menschen ist es nicht nur eine Wanderung, sondern auch eine Riese zur eigenen Seele. In Deutschland bekannt geworden ist der Jakobsweg durch den Entertainer Hape Kerkeling, der das Buch „Ich bin dann mal weg“ geschrieben hat. So ist es nicht verwunderlich, dass es die Deutschen die zahlenmäßig größte Gruppe der Pilger nach den Spaniern ausmachen.

Das berühmteste Teilstück des Jakobsweges ist der Camino Frances. Er beginnt an der französischen Grenze in den Pyrenäen. In vier bis sechs Wochen kann man von hier aus Santiago de Compostela erreichen.

Auch in Deutschland gibt es viele Jakobswege. Diese wurden bereits seit dem Mittelalter begangen und werden in der Gegenwart wiederentdeckt und liebevoll restauriert. Wegzeichen ist die Jakobsmuschel, das Symbol der Jakobspilger.

Im Mittelalter erhielten die Pilger Absolution, als Vergebung aller ihrer Sünden, wenn sie nach Santiago wanderten. Damals war das ein gefahrvolles Unternehmen. Heute bekommen die Pilger die sogenannten Compostela, eine Pilgerurkunde, die ihnen bestätigt, dass sie den Jakobsweg gelaufen sind. Sie müssen allerdings wenigstens die letzten 100 Kilometer zu Fuß zurückgelegt haben. Nachweisen können sie diese Leistung durch die Stempel in ihrem Pilgerpass. Gestempelt wird in den Pilgerherbergen oder den Kirchen am Wegesrand. Wer mit dem Fahrrad unterwegs ist, muss 200 Kilometer gestrampelt sein, um die Urkunde zu erhalten.

Höhepunkt der Pilgerfahrt ist die 12 Uhr Messe in der Kathedrale von Santiago, einem romanischen Prunkbau.